Nach den schwierigen Jahren als Huawei-Ableger hat Honor einen beeindruckenden Wandel vollzogen. Die komplette Abspaltung zwang das Unternehmen zu einem Neuanfang – doch dieser gelang mehr als nur gut. Heute misst sich Honor mit den etablierten Größen Samsung, Apple und Xiaomi. Das neue Magic8 Pro zeigt, wie ernst es der Hersteller mit der Leistungskrone meint.
Benchmark-verdächtige Performance
Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 bildet das Fundament des Magic8 Pro. Die acht Kerne – zwei mit 4,3 GHz und sechs mit 3,62 GHz – liefern Rohleistung, die selbst anspruchsvolle Anwendungen wie 3D-Spiele oder Videobearbeitung mühelos stemmen. In Benchmarks dürfte das Gerät ganz vorne mitspielen. Die überarbeitete Adreno-GPU sorgt für flüssige Bildraten, die Hexagon-NPU beschleunigt KI-Funktionen wie Echtzeitübersetzung oder Bildoptimierung um 37 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Mit 12 oder 16 GB LPDDR5x-RAM und bis zu einem Terabyte UFS-Speicher ist das Magic8 Pro bestens für die kommenden Jahre gerüstet.
Übertragungsgeschwindigkeit: Marketing oder Mehrwert?
Das X85-Modem ermöglicht theoretische Downloadraten von 12,5 Gbit/s – ein Wert, der derzeit kaum ausgeschöpft wird. Honor bewirbt dies als „5,5G“, was jedoch kein standardisierter Begriff ist. Tatsächlich profitieren Nutzer schon heute von stabileren Verbindungen und geringeren Latenzen, besonders in dicht besiedelten Gebieten. Zusammen mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 bietet das Magic8 Pro eine Konnektivität, die als zukunftssicher gelten kann.
Kameras: Der 200-Megapixel-Vorteil in der Praxis
Während viele Hersteller auf hohe Megapixelzahlen bei der Hauptkamera setzen, geht Honor einen anderen Weg: 50 Megapixel für den Hauptsensor, aber satte 200 Megapixel für den Tele- und Nachtmodus. Das klingt paradox, hat aber einen klaren Grund: Je mehr Bildinformationen der Teleobjektiv liefert, desto besser kann die KI Verluste durch Zoom oder Dunkelheit ausgleichen. In der Praxis bedeutet das gestochen scharfe 5-fach-Zooms und Nachtaufnahmen mit erstaunlich wenig Bildrauschen. Die Bildverarbeitung profitiert massiv von der NPU des Snapdragon-Chips.
Display und Akkulaufzeit – Ein echtes Highlight
Das 6,71 Zoll große OLED-Display gehört zum Besten, was der Markt aktuell bietet: 120 Hz, eine Auflösung von 2.808 × 1.256 Pixeln und eine Spitzenhelligkeit von 6.000 Nits. Damit übertrifft es selbst das iPhone 15 Pro Max in der Sonnenlichtlesbarkeit. Die Akkukapazität von 7.100 mAh ist schlichtweg herausragend. Die Kohlenstoff-Silizium-Technologie erlaubt höhere Energiedichten als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen. Honor verwendet sie bereits seit dem Magic6 Pro ohne größere Probleme – die anfängliche Skepsis wegen der mechanischen Empfindlichkeit scheint überwunden. Mit einer vollen Ladung kommen Vielfachnutzer problemlos über anderthalb Tage, bei moderater Nutzung sogar zwei Tage.
Preis-Leistungs-Betrachtung
Die kleineren 12/512-GB-Variante soll in Deutschland voraussichtlich 999 Euro kosten, das Topmodell mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher 1.199 Euro. Damit liegt das Magic8 Pro auf Augenhöhe mit Samsungs Galaxy S24 Ultra und dem iPhone 15 Pro Max – allerdings bietet Honor teils bessere Akku- und Displaywerte. Ob sich der Kauf lohnt, hängt von den Prioritäten ab: Wer maximale Helligkeit, herausragende Akkulaufzeit und eine innovative Kameratechnik schätzt, findet hier ein Top-Gerät. Abstriche muss man bei der Software-Updates-Politik machen – hier sind Samsung und Google oft schneller. Insgesamt ist das Magic8 Pro ein beeindruckendes Statement von Honor und zeigt, dass der einstige Huawei-Ableger endgültig in der Champions League angekommen ist.
Honor Magic8 Pro im Test – Lohnt sich der Sprung in die Oberklasse?
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- Geschrieben von: akku-plus
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