Auf dem MWC 2026 gab der Hersteller einen Ausblick auf eine neue Geräteklasse und stellte sein bereits Ende letzten Jahres gezeigtes «Robot Phone» erneut einem internationalen Publikum vor. Im Kern vereint das Konzept drei Säulen: multimodale künstliche Intelligenz, robotische Bewegungsfähigkeiten und eine besonders aktive Kameralösung.
Kamerasystem mit motorisiertem 4-DoF-Gimbal
Das auffälligste Merkmal ist eine ausfahrbare Kameraeinheit auf der Rückseite, die ein sehr kompaktes 4-DoF-Gimbal (vier Freiheitsgrade) enthält. Durch einen eigens entwickelten Mikromotor und die Miniaturisierung der Bauteile ließ sich diese bewegliche Einheit in ein Smartphone-Gehäuse integrieren. Verbaut ist ein 200-Megapixel-Sensor kombiniert mit einem dreiachsigen Stabilisierungssystem. Im «Super Steady Video»-Modus sollen stabile Aufnahmen selbst bei starker Bewegung möglich sein, zusätzlich unterstützt eine KI-gestützte Echtzeit-Objektverfolgung die Bildstabilität. Die Funktion «AI SpinShot» automatisiert 90- und 180-Grad-Drehungen für flüssige Übergänge — auch bei einhändiger Bedienung.
Robotische Bewegungen als Interaktionsform
Über die Kamera hinaus setzt das Gerät auf robotische Bewegungssteuerung: Bei Videoanrufen kann sich das Telefon dem Gesicht des Nutzers aus unterschiedlichen Winkeln folgen, und es reagiert mit Gesten wie Nicken oder Kopfschütteln. Selbst auf Musik reagierende, rhythmische Bewegungen sind vorgesehen. Ziel ist nicht nur Technik-Show, sondern eine neue Form der Interaktion — das Gerät soll als eine Art emotionaler Begleiter die Umgebung wahrnehmen, sich anpassen und mit dem Nutzer interagieren (zum Beispiel durch Mode-Tipps beim Einkaufen).
Kinematografie für das Smartphone
Laut Hersteller ergibt das Zusammenspiel aus mechanischer Stabilisierung, intelligenter Motivverfolgung und kinematischer Kamerabewegung Aufnahmen, die sich stärker an professionellen Filmtechniken orientieren. In der Praxis wirkt das Konzept wie eine Kreuzung aus klassischem Smartphone und kompakten Gimbal-Kameras — ein Vergleich, der an Produkte von DJI erinnert.
Technische Herausforderungen und Entwicklungsansatz
Die Integration beweglicher Komponenten in ein so enges Gehäuse bedeutete eine umfassende Neuausrichtung in puncto Bauraum, Gewicht und struktureller Stabilität. Erfahrungen aus der Entwicklung faltbarer Geräte kamen dem Team dabei zugute. Das Robot Phone fungiert dem Hersteller zufolge als Technologieträger im Rahmen des Alpha Plan — ein Experimentierfeld dafür, wie physische Bewegung und KI in mobilen Geräten kombiniert werden können.
Verfügbarkeit und Ausblick
Ein konkretes Launch-Datum nannte das Unternehmen nicht; geplant ist jedoch eine Einführung in der zweiten Jahreshälfte. Ob das Gerät dann auch in Deutschland erhältlich sein wird, bleibt offen.
Unsere Einschätzung
Wir konnten das Gerät auf dem Kongress nur aus der Distanz betrachten, nicht aktiv testen. Technisch ist das System beeindruckend: Die Miniaturisierung und das Zusammenspiel verschiedener Mechaniken zeigen spürbare Ingenieurskunst. Optisch und in der Interaktion wirkt das Robot Phone verspielt und emotional — «niedlich» trifft es gut. Ob es das Smartphone der Zukunft ist, wage ich zu bezweifeln; eher ist es eine kreative Neuinterpretation eines Geräts, das wir seit Jahren kennen. Technik darf ruhig auch Gefühle wecken — und genau das gelingt diesem Konzept.