Gestiegene Chippreise treiben Kosten – Auch Nintendo denkt über Preiserhöhung nach
Die anhaltend hohen Preise für Halbleiter und Speicherchips machen sich weiterhin in der Unterhaltungselektronik bemerkbar. Nachdem bereits viele PC-Komponenten wie Arbeitsspeicher und Grafikkarten deutlich teurer geworden sind, hat die Entwicklung nun auch den Konsolenmarkt voll erfasst. Während Microsoft und Sony ihre Preise in den vergangenen Monaten bereits angepasst haben, hielt Nintendo bislang an der unverbindlichen Preisempfehlung fest. Das könnte sich jedoch bald ändern.
Fokus auf Nintendo Switch 2: Konzernpräsident bestätigt Prüfung
Im Zentrum der Überlegungen steht die aktuelle Konsole Nintendo Switch 2. Wie Konzernpräsident Shuntaro Furukawa im Rahmen der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen erklärte, werde angesichts der steigenden Speicherkosten auch eine Preiserhöhung für das Gerät grundsätzlich in Betracht gezogen. Für das laufende Geschäftsjahr, das am 31. März 2026 endet, seien jedoch noch keine Anpassungen vorgesehen. Das bedeutet voraussichtlich Preisstabilität für das Neujahrsgeschäft und das erste Quartal 2026. Ab dem neuen Fiskaljahr, das im April beginnt, könnte sich die Lage aber ändern.
Branchenexperte erwartet Aufschlag von bis zu 100 US-Dollar
Wie hoch eine mögliche Preisanpassung ausfallen könnte, ließ Furukawa offen. Daniel Ahmad, Branchenkenner vom Marktforschungsinstitut Niko Partners, hält einen Aufschlag von 50 bis 100 US-Dollar für denkbar. Derzeit liegt die unverbindliche Preisempfehlung für die Switch 2 in den USA bei 449,99 US-Dollar, in Deutschland bei 469,99 Euro. Sollte es zu einer Erhöhung kommen, könnte der Preis hierzulande je nach Aufschlag und Steuern auf 519,99 bis 569,99 Euro steigen.
Kaufinteressierte abwägen: Jetzt zuschlagen oder abwarten?
Für potenzielle Käufer bleibt die Preisentwicklung damit unsicher. Ob es tatsächlich zu einer Anpassung kommt, ist derzeit noch offen. Wer ohnehin den Kauf der Switch 2 plant, sollte die Lage aufmerksam verfolgen und bei einem passenden Angebot zuschlagen. Wer hingegen keinen Zeitdruck hat, kann hoffen, dass der Preis stabil bleibt oder Nintendo die Mehrkosten auf andere Weise ausgleicht.
Erfolgsgeschichte mit Risiko: Hohe Verkaufszahlen der Switch 2
Aus Unternehmenssicht wäre es strategisch klug, den Einstiegspreis attraktiv zu halten, um die starke Nachfrage nicht zu gefährden. Seit dem Marktstart im Juni 2025 wurde die Switch 2 bereits über 17,37 Millionen Mal verkauft. Der Erfolg des Vorgängers zeigt zudem, wie wichtig ein guter Preis für den langfristigen Absatz ist: Mit mehr als 155 Millionen verkauften Einheiten hat die erste Nintendo Switch den Nintendo DS überholt und ist nun die erfolgreichste Konsole der Firmengeschichte.
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