Viele Menschen greifen bei der Reinigung ihres Smartphones ganz selbstverständlich zu Brillenputztüchern – oft ohne zu wissen, dass sie ihrem Gerät damit langfristig schaden können. Der Grund dafür liegt in den Inhaltsstoffen: Viele dieser feuchten Tücher enthalten Isopropylalkohol. Dieser Alkohol greift mit der Zeit die sogenannte oleophobe Beschichtung des Displays an.
Diese spezielle Beschichtung hat eine wichtige Aufgabe: Sie sorgt dafür, dass Fingerabdrücke sich nicht so leicht festsetzen und sich mühelos abwischen lassen. Hersteller wie Apple raten daher ausdrücklich davon ab, alkoholhaltige Reinigungsmittel für das Display zu verwenden. Auch bekannte Hausmittel wie Essig sind zu aggressiv und können die empfindliche Schutzschicht beschädigen. Zwar mag es Ausnahmesituationen geben – etwa während einer Pandemie, wenn eine stärkere Desinfektion notwendig ist – im normalen Alltag sollte man jedoch auf aggressive Mittel verzichten.
Die Funktion der oleophoben Beschichtung
Fingerabdrücke auf dem Handy sind nicht nur optisch störend. Sie entstehen durch das Fett, das unsere Haut natürlicherweise absondert. Die oleophobe – also ölabweisende – Schicht auf modernen Displays verhindert, dass sich dieses Fett sofort festsetzt. Dadurch fühlt sich die Oberfläche neuer Geräte oft rutschiger und glatter an. Ein angenehmer Effekt, der jedoch mit der Zeit nachlässt, da sich die Beschichtung durch die normale Nutzung abnutzt. Dieser Prozess kann durch verschiedene Faktoren beschleunigt werden: durch säurehaltigen Hauttalg, die ursprüngliche Qualität der Beschichtung oder eben durch die Verwendung falscher Reinigungsmittel. Normalerweise hält die Schutzschicht mehrere Jahre, doch bei häufiger Reinigung mit Alkohol oder Essig kann sie deutlich schneller verschwinden.
Die richtige Reinigung für Ihr Smartphone
Für die regelmäßige, schonende Reinigung reicht ein weiches Mikrofasertuch völlig aus. Es hinterlässt keine Kratzer und nimmt Fett sowie Staub zuverlässig auf. Papiertücher oder andere raue Materialien sind dagegen ungeeignet, da sie die Oberfläche zerkratzen können. Mikrofasertücher eignen sich übrigens auch hervorragend für andere Geräte wie Fernseher oder PC-Monitore.
Am besten schalten Sie das Smartphone vor der Reinigung aus – so lassen sich Verschmutzungen auf dem dunklen Bildschirm leichter erkennen. Falls nötig, befeuchten Sie das Tuch leicht, aber ausschließlich mit klarem Wasser und ganz ohne Zusätze. Wichtig: Sprühen Sie niemals Flüssigkeit direkt auf das Display. Wischen Sie stattdessen mit gleichmäßigen Bewegungen über das Glas. Nach der Reinigung sollte das Tuch gründlich mit Wasser und Seife ausgewaschen werden. So verhindern Sie, dass sich Schmutzpartikel im Tuch festsetzen, die beim nächsten Gebrauch Kratzer verursachen könnten.
Was tun, wenn das Display bereits betroffen ist?
Wenn das Handy bereits ein paar Mal mit einem alkohol- oder essighaltigen Tuch gereinigt wurde, ist das noch kein Grund zur Sorge. Die Beschichtung ist in der Regel robust genug, um gelegentliche Behandlungen auszuhalten. Auf Dauer sollten solche Mittel jedoch nicht zum Einsatz kommen.
Eine gute Alternative für alle, die nicht auf die praktische Reinigung mit feuchten Tüchern verzichten möchten, ist eine Displayschutzfolie aus Kunststoff oder gehärtetem Glas. Diese Schutzfolien besitzen eine eigene oleophobe Beschichtung, lassen sich bei Abnutzung leicht austauschen und schützen gleichzeitig vor Kratzern oder schlimmeren Display-Schäden. Sie können problemlos auch mit Brillenputztüchern gereinigt werden – ganz ohne Risiko für den eigentlichen Bildschirm darunter.