Früher, so erzählt man sich, da waren PC-Lautsprecher noch einfacher gestrickt: zwei Boxen, ein Klinkenkabel, fertig. Dann kamen die Logitech Z200 – ein solides Paar, das für schmales Geld eine akzeptable Figur machte. Der Klang? Nun ja, eher durchschnittlich. Aber man konnte den „Tone“-Regler drehen und wenigstens etwas retten. Nun gibt es die Z207. Sie sehen aus wie die Z200, sie fühlen sich an wie die Z200 – und doch ist alles ein bisschen anders. Nicht unbedingt besser.

Erster Eindruck: Wiedererkennungswert inklusive
Ausgepackt, hingestellt, angeschaut. Ja, das sind sie: zwei schlanke Gehäuse im Format 24×9×12 Zentimeter. Zwei Treiber pro Box, links das Logo, rechts der Lautstärkeregler, eine Klinkenbuchse für den Kopfhörer und ein kleiner Bluetooth-Knopf. Die Optik ist schlicht, gefällt mir – und vor allem: Sie lenkt nicht von der Arbeit ab. Mein Schreibtisch bleibt ruhig, die Boxen passen unter den Monitor. Soweit, so unspektakulär.

Anschluss: Kinderleicht, aber mit Steckdosenpflicht
Das Anschließen ist wirklich idiotensicher: Netzteil rein, Klinkenkabel in den PC, einschalten. Keine Treiber, kein USB-Fummelei. Der Lautstärkeregler macht gleichzeitig den Strom an und aus – clever, spart eine Taste. Die Boxen sind sofort bereit. Schön wäre nur gewesen, wenn Logitech die Z207 auch über USB mit Strom versorgen würde, denn dann hätte ich mir die zusätzliche Steckdose gespart. Aber okay, man kann nicht alles haben.

Das große Aber: Wo ist der Tone-Regler hin?
Jetzt kommt der Punkt, der mich wirklich ärgert. Die Z200 hatten noch einen kleinen Drehregler für die Mitten – „Tone“ genannt. Damit konnte man den Klang etwas aufhübschen, wenn er mal wieder zu blechern oder zu muffig daherkam. Die Z207 haben diesen Regler nicht mehr. Einfach weggespart. Warum, Logitech? War das zu teuer? Oder dachtet ihr, die Leute brauchen keine Klangregelung mehr? Stattdessen gibt es jetzt Bluetooth. Nett, wirklich. Aber ehrlich: Wer braucht an PC-Lautsprechern unbedingt Bluetooth? Klar, ich kann mein Smartphone koppeln – wenn ich denn mal keinen Bock auf Kabel habe. Aber die meisten meiner Musikdateien liegen auf dem Rechner.

Klang: Warm, aber wie ein muffiger Pullover
Nachdem ich die Z207 eine Woche lang getestet habe – mit Musik, Filmen und Videocalls –, muss ich sagen: Der Klang ist okay für Hintergrundberieselung. Er ist angenehm warm, fast schon kuschelig. Aber wehe, es soll mal richtig Druck geben. Bei Actionfilmen klingt eine Explosion wie ein nasser Karton, der zu Boden fällt. Bässe? Fehlanzeige. Der Sound ist dumpf, ohne Höhen, ohne Brillanz. Man hört sozusagen durch einen dicken Vorhang. Für Podcasts oder Nachrichten reicht es, aber für meine Lieblingssongs aus den Neunzigern ist es eine mittlere Katastrophe. Die Stimmen klingen schön weich, aber die Gitarren haben keine Durchschlagskraft.

Ausstattung: Kopfhörer ja, USB nein
Immerhin: Den Kopfhörerausgang haben sie behalten. Das ist gut, denn wenn ich nachts zocke, will ich meine Nachbarn nicht nerven. Den zusätzlichen Stereo-Eingang des Vorgängers hat Logitech gegen Bluetooth getauscht. Das ist modern, keine Frage. Aber zwei Dinge fehlen mir: Erstens ein USB-Anschluss (für saubere digitale Verbindung) und zweitens ein Subwoofer-Ausgang. Letzterer wäre bei dem dünnen Bass eine echte Erlösung gewesen.

Fazit: Zum Nebenbeihören okay, aber nicht mehr
Liebe Logitech, was habt ihr euch dabei gedacht? Die Z207 sind nicht schlecht, aber sie sind auch nicht besser als ihre Vorgänger. Sie sind einfacher zu bedienen (dank Lautstärkeregler-Schalter) und sie haben Bluetooth. Aber sie klingen schwammiger, und der fehlende Tone-Regler nimmt mir jede Möglichkeit, den Sound zu retten. Wer einfach nur was hören will, ohne auf Details zu achten, ist mit den Z207 zufrieden. Wer aber Wert auf klaren, dynamischen Sound legt, sollte lieber zu den alten Z200 greifen oder etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Meine Empfehlung: Lasst die Finger von den Z207, wenn ihr mehr als nur „Hintergrundgedudel“ erwartet. Oder dreht den Lautstärkeregler einfach ganz weit auf – dann fällt der dumpfe Klang wenigstens nicht so auf. Schade eigentlich.