Monatsarchiv Juli 14, 2026

Vonbella2020

Honor Magic V6 vs. Magic V5: Ein Generationenvergleich der Extraklasse

Die Welt der Foldables ist derzeit die einzige Kategorie im Smartphone-Markt, in der noch echte Innovationssprünge spürbar sind. Während sich klassische Flaggschiffe oft nur noch in Nuancen voneinander unterscheiden, treiben Hersteller wie Honor die Entwicklung bei ihren faltbaren Geräten kontinuierlich voran. Mit dem Magic V6 hat Honor nun sein neuestes Falt-Flaggschiff vorgestellt und stellt sich der Frage, wie groß der Fortschritt gegenüber dem Vorgänger Magic V5 tatsächlich ist.

Design und Verarbeitung: Eleganz trifft auf Robustheit
Schon auf den ersten Blick wird klar, dass Honor bei beiden Generationen großen Wert auf ein eigenständiges Design legt. Das Magic V6 ist mit einer Faltdicke von ca. 4 Millimetern extrem dünn und liegt zugeklappt mit 8,75 bis 9,0 Millimetern auf dem Niveau des Vorgängers. Das Gewicht von 224 Gramm ist für ein Gerät dieser Größenklasse völlig akzeptabel, zumal Honor dem V6 einen deutlich größeren Akku spendiert hat. Ein echter Gamechanger ist jedoch die IP69-Zertifizierung, die das Magic V6 mitbringt. Diese Schutzklasse ist im Foldable-Segment derzeit eine absolute Ausnahme und stellt die IP59-Zertifizierung des Magic V5 deutlich in den Schatten. Die Rückseite aus strukturiertem Kunstleder in einem markanten Rot, die feinen Gravuren am Scharnier und die gebürsteten Rahmen verleihen dem V6 eine hochwertige Haptik, die sich in dieser Form nur wenige Konkurrenten trauen.

Display: Mehr Helligkeit und erstmals Stiftunterstützung auf beiden Seiten
Beim Display bewegen sich beide Generationen auf höchstem Niveau. Beide Modelle bieten ein rund 8 Zoll großes LTPO-OLED-Innendisplay mit einer adaptiven Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hertz. Honor hat beim Magic V6 jedoch einige entscheidende Verbesserungen vorgenommen. Das Außendisplay wächst auf 6,5 Zoll, die Ränder schrumpfen auf unter zwei Millimeter, und das Format wirkt moderner. Ein großes Plus ist die erstmalige Stiftunterstützung auch auf dem Außendisplay – beim Vorgänger war der Magic Pen nur auf dem Hauptdisplay nutzbar. Messungen im Labor zeigen zudem, dass die Boost-Helligkeit von 1.175 auf 1.223 cd/m² gestiegen ist. Noch bedeutender sind jedoch die verbesserten Kontrastwerte, die insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung für eine deutlich bessere Ablesbarkeit sorgen. Die Bewertung des Testlabors bestätigt diesen Eindruck: Das Magic V6 erreicht mit 34 von 35 Punkten die Note „überragend“, während das V5 mit 33 Punkten noch ein „sehr gut“ erzielte.

Leistung und Akku: Ein neuer Maßstab bei der Laufzeit
Unter der Haube arbeitet im Magic V6 der neuere Snapdragon 8 Elite Gen 5, während das V5 noch den Snapdragon 8 Elite verbaut hat. Beide Prozessoren bieten mehr als genug Leistung für Multitasking, Gaming und kreative Anwendungen. Das V6 punktet jedoch mit einem überarbeiteten Kühlsystem und einem zusätzlichen E2 Power Enhanced Chip, was zu einer höheren Leistungsstabilität bei längerer Last führt. Ein Gigant ist der Akku des Magic V6: Mit 6.660 mAh übertrifft er den ohnehin schon großen 5.820-mAh-Akku des V5 deutlich. Im Laufzeittest erreicht das neue Modell beeindruckende 17:13 Stunden – ein neuer Rekord im Foldable-Segment, während das V5 mit 14:52 Stunden immer noch sehr stark abschneidet. Auch die Ladegeschwindigkeit wurde erhöht: 80 Watt kabelgebunden und 66 Watt kabellos lassen das V6 nach 19 Minuten die 50-Prozent-Marke erreichen.

Fazit zum Vergleich: Ein würdiger Nachfolger
Das Honor Magic V6 ist ohne Zweifel die derzeit technisch beste Faltvariante auf dem Markt. Es bietet ein ausgereifteres Display, eine längere Akkulaufzeit und eine bessere Robustheit. Besitzer eines Magic V5 müssen jedoch nicht zwangsläufig wechseln, da der Vorgänger immer noch eines der stärksten Foldables ist und von derselben siebenjährigen Update-Garantie profitiert.

Vonbella2020

Redmi Headphones Neo im Test – Langer Atem, zwei Gesichter

Xiaomi erweitert sein Audio-Portfolio konsequent nach unten – nicht im Preis, sondern im Gewicht der Argumente. Mit den Redmi Headphones Neo bringt der chinesische Elektronikriese ein Over-Ear-Modell, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, bei genauerer Betrachtung jedoch einige kluge Entscheidungen offenbart. Der Preis von 74,99 Euro platziert die Kopfhörer im Einsteiger-Mittelklasse-Segment, doch die technische Ausstattung lässt aufhorchen.

Herzstück ist ein 600-mAh-Akku, der im reinen Bluetooth-Betrieb ohne aktive Geräuschunterdrückung eine Wiedergabezeit von bis zu 72 Stunden ermöglichen soll. Das ist ein Spitzenwert in dieser Preisklasse – selbst viele Modelle für über 150 Euro kommen selten über 50 Stunden. Die Ladebuchse ist ein moderner USB-C-Anschluss, was angesichts des Preises nicht selbstverständlich ist. Allerdings muss der Nutzer einen Kompromiss eingehen: Schaltet man das Active Noise Cancelling (ANC) zu, schrumpft die Laufzeit deutlich – Xiaomi nennt keine genaue Zahl, aber Erfahrungswerte legen eine Reduktion um etwa 30 bis 40 Prozent nahe. Wer also auf ruhende Umgebung angewiesen ist, sollte den Ladeadapter griffbereit halten.

Besonders interessant ist die doppelte Verbindungsstrategie. Drahtlos über Bluetooth 5.4 wird eine Reichweite von zehn Metern und ein Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz geboten – das ist der Standard für verlustbehaftete Streaming-Codecs wie SBC oder AAC. Für den Alltag mit Smartphone, Podcasts oder Telefonkonferenzen völlig ausreichend. Doch die Redmi Headphones Neo können mehr: Über das beiliegende USB-C-Kabel (oder ein beliebiges Datenkabel) lässt sich der Kopfhörer als kabelgebundenes USB-Audio-Device betreiben. In diesem Modus hebt sich der Frequenzbereich auf beachtliche 40 kHz an – das ist Hi-Res-Audio-tauglich, auch wenn der offizielle Hi-Res-Aufkleber fehlt. Dieser Modus adressiert eindeutig die Zielgruppe, die Wert auf verlustfreie Wiedergabe legt: Toningenieure im Home-Studio, Gamer, die Latenz vermeiden wollen, oder Musikliebhaber mit FLAC-Sammlungen. Der Klangcharakter ändert sich spürbar – die Bässe werden straffer, die Höhen luftiger, die Mitten präsenter. Wer einmal den kabelgebundenen Modus gehört hat, wird den drahtlosen Betrieb nur noch für unterwegs nutzen.

Der Tragekomfort wurde nicht vernachlässigt. Die Ohrmuscheln umschließen das Ohr vollständig – ein sogenannter circumauraler Aufbau –, was den Druck auf die Ohrmuschel reduziert und bei langen Sessions (etwa beim Arbeiten oder Zocken) für Entlastung sorgt. Das Design ist schlicht, fast schon zurückhaltend: minimalistische Bügelkonstruktion, matte Oberflächen, keine aufdringlichen Logos. Die Farben Obsidian Black und Sand White wirken edel und zeitlos. Allerdings fehlen Polsterungen im Kopfbügel, die bei manchen Konkurrenten für zusätzlichen Komfort sorgen – hier spart Xiaomi offenbar Gewicht (das Modell wiegt unter 200 Gramm). Insgesamt ein ausgewogenes Gesamtpaket, das vor allem durch die Akkulaufzeit und die Flexibilität der Anschlüsse überzeugt. Wer häufig zwischen mobiler Nutzung und stationärem High-End-Hören wechselt, findet hier einen treuen Begleiter. Abstriche muss man bei der ANC-Wirkung machen – sie ist vorhanden, aber nicht auf dem Niveau der Premium-Marken. Für 75 Euro bekommt man jedoch selten so viel Technik geboten.