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Vonbella2020

Redmi Headphones Neo im Test – Langer Atem, zwei Gesichter

Xiaomi erweitert sein Audio-Portfolio konsequent nach unten – nicht im Preis, sondern im Gewicht der Argumente. Mit den Redmi Headphones Neo bringt der chinesische Elektronikriese ein Over-Ear-Modell, das auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, bei genauerer Betrachtung jedoch einige kluge Entscheidungen offenbart. Der Preis von 74,99 Euro platziert die Kopfhörer im Einsteiger-Mittelklasse-Segment, doch die technische Ausstattung lässt aufhorchen.

Herzstück ist ein 600-mAh-Akku, der im reinen Bluetooth-Betrieb ohne aktive Geräuschunterdrückung eine Wiedergabezeit von bis zu 72 Stunden ermöglichen soll. Das ist ein Spitzenwert in dieser Preisklasse – selbst viele Modelle für über 150 Euro kommen selten über 50 Stunden. Die Ladebuchse ist ein moderner USB-C-Anschluss, was angesichts des Preises nicht selbstverständlich ist. Allerdings muss der Nutzer einen Kompromiss eingehen: Schaltet man das Active Noise Cancelling (ANC) zu, schrumpft die Laufzeit deutlich – Xiaomi nennt keine genaue Zahl, aber Erfahrungswerte legen eine Reduktion um etwa 30 bis 40 Prozent nahe. Wer also auf ruhende Umgebung angewiesen ist, sollte den Ladeadapter griffbereit halten.

Besonders interessant ist die doppelte Verbindungsstrategie. Drahtlos über Bluetooth 5.4 wird eine Reichweite von zehn Metern und ein Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz geboten – das ist der Standard für verlustbehaftete Streaming-Codecs wie SBC oder AAC. Für den Alltag mit Smartphone, Podcasts oder Telefonkonferenzen völlig ausreichend. Doch die Redmi Headphones Neo können mehr: Über das beiliegende USB-C-Kabel (oder ein beliebiges Datenkabel) lässt sich der Kopfhörer als kabelgebundenes USB-Audio-Device betreiben. In diesem Modus hebt sich der Frequenzbereich auf beachtliche 40 kHz an – das ist Hi-Res-Audio-tauglich, auch wenn der offizielle Hi-Res-Aufkleber fehlt. Dieser Modus adressiert eindeutig die Zielgruppe, die Wert auf verlustfreie Wiedergabe legt: Toningenieure im Home-Studio, Gamer, die Latenz vermeiden wollen, oder Musikliebhaber mit FLAC-Sammlungen. Der Klangcharakter ändert sich spürbar – die Bässe werden straffer, die Höhen luftiger, die Mitten präsenter. Wer einmal den kabelgebundenen Modus gehört hat, wird den drahtlosen Betrieb nur noch für unterwegs nutzen.

Der Tragekomfort wurde nicht vernachlässigt. Die Ohrmuscheln umschließen das Ohr vollständig – ein sogenannter circumauraler Aufbau –, was den Druck auf die Ohrmuschel reduziert und bei langen Sessions (etwa beim Arbeiten oder Zocken) für Entlastung sorgt. Das Design ist schlicht, fast schon zurückhaltend: minimalistische Bügelkonstruktion, matte Oberflächen, keine aufdringlichen Logos. Die Farben Obsidian Black und Sand White wirken edel und zeitlos. Allerdings fehlen Polsterungen im Kopfbügel, die bei manchen Konkurrenten für zusätzlichen Komfort sorgen – hier spart Xiaomi offenbar Gewicht (das Modell wiegt unter 200 Gramm). Insgesamt ein ausgewogenes Gesamtpaket, das vor allem durch die Akkulaufzeit und die Flexibilität der Anschlüsse überzeugt. Wer häufig zwischen mobiler Nutzung und stationärem High-End-Hören wechselt, findet hier einen treuen Begleiter. Abstriche muss man bei der ANC-Wirkung machen – sie ist vorhanden, aber nicht auf dem Niveau der Premium-Marken. Für 75 Euro bekommt man jedoch selten so viel Technik geboten.

Vonbella2020

Redmi Headphones Neo – Xiaomis erster kabelloser Over-Ear-Kopfhörer mit ANC

Xiaomi scheint seine erfolgreiche Redmi-Produktfamilie um ein neues Mitglied zu erweitern: die Redmi Headphones Neo. Dabei handelt es sich um einen kabellosen Over-Ear-Kopfhörer, der erstmals in dieser Form unter der Redmi-Marke erscheinen soll. Bisher war Redmi im Audiobereich vor allem mit In-Ear-Modellen wie den Redmi Buds aktiv. Mit den Headphones Neo wagt die Marke nun den Schritt in eine größere Bauform, die vor allem Musikliebhaber anspricht, die Wert auf Tragekomfort, geschlossene Bauweise und aktive Geräuschunterdrückung (ANC) legen.

Die Informationen zu diesem noch nicht offiziell vorgestellten Kopfhörer stammen aus Händlerlistings, unter anderem auf der Plattform Lazada auf den Philippinen. Eine offizielle Ankündigung durch Xiaomi steht derzeit noch aus. Dennoch lassen sich aus den Listings bereits konkrete technische Details ableiten. So wird der Kopfhörer demnach mit 40-mm-Treibern ausgestattet sein, die eine Titanbeschichtung erhalten sollen. Diese Kombination verspricht eine präzise Klangwiedergabe mit einem erweiterten Frequenzbereich von 20 Hz bis 40 kHz – ein Wert, der über dem Standard vieler vergleichbarer Modelle liegt.

Besonders hervorzuheben ist die aktive Geräuschunterdrückung, die laut Händlerangaben bis zu 42 dB erreichen soll. Damit positionieren sich die Redmi Headphones Neo im oberen Mittelfeld der ANC-Kopfhörer. Hinzu kommt Bluetooth 5.4, der aktuellsten Bluetooth-Spezifikation, die für eine stabile Verbindung und geringen Energieverbrauch sorgen dürfte. Neben dem kabellosen Betrieb ist auch ein kabelgebundener Modus über USB-C vorgesehen, der besonders niedrige Latenzzeiten ermöglichen soll – ein Vorteil für Gamer oder Videobearbeiter.

Die Akkulaufzeit wird mit bis zu 72 Stunden angegeben, allerdings ohne aktivierte Geräuschunterdrückung. Was die Laufzeit bei eingeschaltetem ANC betrifft, liegen bislang keine belastbaren Zahlen vor. Der verbaute Akku soll eine Kapazität von 500 mAh haben. Mit einem Gewicht von 410 Gramm liegen die Kopfhörer im typischen Bereich für Over-Ear-Modelle und sind dank IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Drei Farbvarianten sind geplant: Obsidian Black und Sand White zum Marktstart, später im September 2026 eine dritte Variante in Mist Blue. Ein offizieller Europa-Starttermin fehlt noch, ebenso ein bestätigter Preis für Deutschland. Auf den Philippinen wird der Kopfhörer bei Lazada mit einem reduzierten Preis von umgerechnet etwa 46 Euro geführt, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei umgerechnet 60 Euro. Sollte Xiaomi diesen Preis auch in Europa anpeilen, wären die Redmi Headphones Neo eine sehr attraktive Option im Einsteiger- bis Mittelklasse-Segment.