Das Xiaomi Poco F8 Ultra will beweisen, dass High-End-Smartphones nicht automatisch vierstellige Preise kosten müssen. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 829 Euro für die 12/256-GB-Variante und 899 Euro für das 16/512-GB-Modell positioniert sich das Gerät klar unterhalb der etablierten Flaggschiffe. Doch wie der Handel zeigt, sind die tatsächlichen Straßenpreise noch deutlich attraktiver: Rund 630 Euro für die Basisversion und unter 750 Euro für das größere Modell machen das Poco F8 Ultra zu einem echten Schnäppchenjäger-Tipp. Unser ausführlicher Test zeigt, wo die Stärken und Schwächen liegen.
Display und Verarbeitung: Riesige Leinwand mit Helligkeitsvorteilen
Das 6,9 Zoll große OLED-Display ist eines der ersten Dinge, die ins Auge fallen. Mit einer Auflösung von 1.200 x 2.608 Pixeln und einer adaptiven Bildwiederholrate von 120 Hz liefert es gestochen scharfe und flüssige Bilder. Besonders positiv überrascht die Helligkeit: 791 cd/m² im Normalbetrieb und bis zu 1.042 cd/m² im Boost-Modus sorgen dafür, dass selbst bei direkter Sonneneinstrahlung keine Ableseprobleme auftreten. Die adaptive Technik passt die Frequenz intelligent an den jeweiligen Nutzungskontext an – beim Lesen von E-Mails sinkt sie auf 60 Hz oder weniger, beim Zocken oder Scrollen wird sie auf volle 120 Hz hochgefahren. Das schont den Akku, ohne dass der Nutzer Einbußen bei der Bedienfreundlichkeit spürt.
Allerdings hat die Displaygröße auch einen Nachteil: Das Poco F8 Ultra ist mit 163 x 78 x 8 mm und 220 Gramm kein handliches Gerät. Wer kleine Hände oder enge Hosentaschen hat, könnte schnell an seine Grenzen stoßen. Andererseits ist genau diese Größe ideal für Multimedia-Enthusiasten, die viel unterwegs streamen, spielen oder in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Hier trifft das Smartphone genau den Nerv der Zielgruppe, die maximale Bildfläche gegenüber Kompaktheit priorisiert.
Leistung: Snapdragon-Power mit einer Schwäche
Unter der Haube arbeitet der aktuelle Snapdragon 8 Elite Gen 5, gepaart mit bis zu 16 GB RAM. Unsere Benchmark-Messungen sind beeindruckend: Im AnTuTu erreicht das Gerät 3,79 Millionen Punkte, Geekbench 6 liefert 3.620 Single-Core- und 10.880 Multi-Core-Punkte, und im 3DMark Wild Life Extreme schafft es 7.273 Punkte. Das sind Werte auf dem Niveau der besten Smartphones des Jahres – theoretisch. Praktisch fällt jedoch ein Hitzeproblem auf: Bei längerer Volllast, etwa im Stresstest oder bei grafikintensiven Spielen, drosselt das System massiv. In Extremfällen brachen sogar einige Durchläufe ab. Wer also plant, das Gerät regelmäßig für anspruchsvolle Spiele über längere Zeiträume zu nutzen, sollte dies im Hinterkopf behalten. Für kurze Sprints und den alltäglichen Gebrauch reicht die Leistung aber mehr als aus.
Kamera: Drei 50-MP-Sensoren mit 5-fach-Tele als Highlight
Die Kameraausstattung ist für diese Preisklasse außergewöhnlich. Statt auf einen hochauflösenden Hauptsensor und zwei Füllsensoren zu setzen, verbaut Xiaomi gleich drei 50-Megapixel-Kameras. Eine 32-Megapixel-Frontkamera rundet das Paket ab. Das besondere Feature ist das 5-fach-Teleobjektiv, das in dieser Preisregion eine Seltenheit darstellt. Es ermöglicht gestochen scharfe Porträts, Detailaufnahmen von weit entfernten Motiven und eine echte optische Vergrößerung, die nicht an digitale Unschärfe grenzt. In unseren Tests vergaben wir für die Kamera 93 Punkte und das Urteil „sehr gut“. Die Bilder zeigen eine natürliche Farbwiedergabe, gute Dynamik und wenig Rauschen – selbst bei schlechten Lichtverhältnissen.
Fazit des Testabschnitts
Das Poco F8 Ultra ist ein rundum gelungenes Smartphone, das nur in wenigen Punkten Abstriche macht. Die Gesamtbewertung von 437 von 500 Punkten und das Prädikat „sehr gut“ unterstreichen das positive Gesamtbild. Besonders Akkulaufzeit, Ladegeschwindigkeit, Kamera und Leistung überzeugen auf ganzer Linie. Wer mit Größe und Gewicht leben kann und einen nur durchschnittlichen 5G-Empfang verschmerzt, erhält hier ein Gerät, das mit weitaus teureren Konkurrenten mithalten kann.